Andreas Schaprian
Dipl.-Ing. (FH)
Am traditionsreichen Standort am Ludwigsplatz in Ludwigshafen entsteht das neue „Haus der Wirtschaft“. Seit 1904 ist hier die Industrie- und Handelskammer für die Pfalz ansässig. Nun erhält sie ein Gebäude, das Vergangenheit und Zukunft verbindet.
Realisiert wird das Projekt von einer Arbeitsgemeinschaft unter Führung der HEBERGER Hoch-, Tief- und Ingenieurbau GmbH zusammen mit der Implenia Hochbau GmbH.
Der Neubau ersetzt die alten Gebäude aus den 1950er Jahren. Eine Analyse der Lebenszykluskosten zeigte: Abriss und Neubau sind langfristig die wirtschaftlichste und nachhaltigste Lösung. Das neue Haus vereint die IHK Pfalz und ihr Weiterbildungszentrum erstmals unter einem Dach. So entstehen wertvolle Synergien – etwa durch gemeinsam genutzte Veranstaltungsräume.
Das neue Konzept umfasst:

Entworfen vom Architekturbüro schneider+schumacher, präsentiert sich der Baukörper klar und kompakt, eingebettet in die urbane Umgebung. Die gefaltete Glasfassade öffnet das Gebäude zur Stadt und verleiht ihm eine markante Präsenz.
Herzstück ist die skulpturale Wendeltreppe im Atrium – sie verbindet alle vier Geschosse, vom lebendigen „Marktplatz“ im Untergeschoss bis zu den lichtdurchfluteten Schulungsräumen im Obergeschoss.

Das Haus ist als Effizienzhaus EH40-EE geplant. Bei den Decken wurden sogenannte „Bubbles“ (hohlkugelförmige Kunststoffkörper) der Unidome Group eingesetzt. Der Einsatz dieser Technik reduziert das Betonvolumen, senkt das Gewicht der Decken und mindert somit CO2-Emissionen im Rohbau. Diese Maßnahme beeinflusst direkt Fundamente, Statik und Materialkosten und ist ein klares Beispiel dafür, wie schon in der Konstruktion Nachhaltigkeitsziele verfolgt werden. Weitere Besonderheiten sind eine Photovoltaikanlage (99 kWp) für erneuerbare Energie sowie begrünte Dachflächen als Aufenthaltszonen und Beitrag zum Stadtklima.

Das Ingenieurbüro Weisbrod+Partner übernahm für das Projekt die Tragwerksplanung sowie die thermische und akustische Bauphysik. Zur besseren Koordination mit den technischen Gewerken und der Architektur wurde das Tragwerk in einem 3D-Modell mit Tekla Structures erarbeitet, das eine präzise Abstimmung dank modellbasierter Arbeitsweise erlaubte. Die Bewehrungsplanung erfolgte in ISBCAD, wodurch eine effiziente Umsetzung der Ausführungsplanung gewährleistet wurde.



| Bauherr | IHK – Industrie- und Handelskammer für die Pfalz |
| Generelübernehmer | ARGE Implenia Hochbau GmbH / Heberger Hoch-, Tief- und Ingenieurbau GmbH |
| Architekt | schneider+schumacher Planungsgesellschaft mbH |
| Tragwerksplanung + Bauphysik | Weisbrod+Partner, Beratende Ingenieure PartGmbB |
| Projektvolumen | ca. 45 Mio. € netto |
| Fertigstellung | 2026 |
| CAD | ISBCAD + Tekla Structures |
In den Bahngärten 13
D-67574 Osthofen
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